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Chicago

Chicago ist ein Kneipenklassiker mit drei Würfeln und höchstens drei Würfen. Das Besondere: Gesucht wird nicht der Sieger, sondern der Verlierer – und wer vorlegt, bestimmt selbst, nach welchen Regeln die Runde gewertet wird.

Das Spiel ist vollständig kostenlos und wird an einem Gerät gespielt, das reihum weitergereicht wird. Mindestens zwei Spieler.

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Spiel einrichten

Auf dem Startbildschirm der App tippst du auf Chicago. Vor dem Start legst du fest:

Wer die erste Wurfrunde vorlegt, wird ausgelost – der Vorleger hat einen Vorteil.

Was ein Wurf zählt

Der Wert eines Wurfs ist die Summe der drei Würfel. Ungewöhnlich sind nur die Einser und die Sechser, denn was sie zählen, wird vom Vorleger angesagt:

Ein Beispiel: Die Würfel 6 · 3 · 5 ergeben bei „Sechser 60“ zusammen 68, bei „Sechser 6“ dagegen nur 14. Zwei Einser und eine Vier sind bei „Einser 100“ satte 204 – und bei „Einser 1“ klägliche 6.

Ablauf einer Wurfrunde

Eine Wurfrunde ist einmal reihum. Der Vorleger beginnt und darf bis zu dreimal würfeln. Nach jedem Wurf kannst du Würfel herauslegen, indem du sie antippst – herausgelegte Würfel bleiben liegen und werden nicht mehr geworfen. Zurücknehmen geht nicht.

Zeigen zwei Würfel eine Sechs, erscheint der Knopf Zwei Sechser umwandeln: Eine Sechs wird auf die Eins gedreht und bleibt liegen, die andere wandert zurück in den Becher und muss neu geworfen werden. Deshalb geht das nur, solange dir noch ein Wurf bleibt. Drei Sechser lassen sich nicht zu zwei Einsen umwandeln.

Mit Fertig beendest du deinen Zug. Der Vorleger kommt danach zur Ansage.

Die Ansage

Erst nach seinem letzten Wurf legt der Vorleger fest, wie die ganze Wurfrunde gewertet wird – er sieht seinen Wurf dabei also schon. Der Ansagedialog zeigt oben die eigenen Würfel und darunter, was sie unter der gerade gewählten Wertung zählen. Angesagt werden drei Dinge:

Darin steckt die eigentliche Taktik: Wer selbst eine Sechs, aber keine Eins liegen hat, sagt gern „Sechser 60, aber Einser 1“ an – und nimmt dem ganzen Feld damit die stärksten Würfel weg, ohne den eigenen Wurf zu schwächen.

Zusätzlich deckelt die Wurfzahl des Vorlegers alle anderen: Wer nach einem Wurf aufhört, zwingt das ganze Feld auf einen einzigen Wurf. Früher aufhören ist immer erlaubt, mehr Würfe gibt es nicht. Damit alle die Ansage im Blick behalten, steht sie während der ganzen Wurfrunde oben auf dem Bildschirm, zum Beispiel „Einser 100 · Sechser 60 · Hoch · auf 1“.

Chicago & Gleichstand

Drei Einser in einem Wurf heißen Chicago und schlagen alles – unabhängig davon, was angesagt wurde. Über mehrere Würfe zusammengelegte Einser sind dagegen kein Chicago, sondern zählen ganz normal 300.

Und eine kleine, aber folgenreiche Regel: Gleichziehen genügt nicht. Wer denselben Wert erreicht wie der bisher Beste, überholt ihn nicht. Umgekehrt bleibt bei Gleichstand am unteren Ende der spätere Spieler der Schlechteste – er hat sich schließlich nicht freigeworfen.

Die drei Varianten im Vergleich

Alles bisher Beschriebene gilt in allen Varianten gleichermaßen. Unterschiedlich ist nur, was am Ende einer Wurfrunde passiert:

Was sich zwischen den Varianten unterscheidet
  Basis Bayrisch Tschigg
Was zählt Striche Deckel Deckel
Wie viele im Spiel Spieleranzahl + 1 2 × Spieleranzahl − 1
Der Beste einer Wurfrunde setzt aus und ist sicher legt einen Deckel ab gibt dem Schlechtesten einen Deckel
Der Schlechteste legt die nächste Wurfrunde vor bekommt einen Deckel (Verteilphase) bekommt einen Deckel (Verteilphase)
Wer verliert wer die meisten Striche hat wer zuletzt noch Deckel hat wer zuletzt noch Deckel hat
Partielänge einstellbar ja (1, 3, 5 oder 10) nein, endet von selbst nein, endet von selbst
Besonderheit Ausscheidungssystem Chicago nimmt den Werfer samt Deckeln aus dem Spiel zusätzliche Ansage „Sand“

Variante: Basis

Der Beste jeder Wurfrunde ist sicher und setzt für den Rest des Durchgangs aus. Die Übrigen suchen unter sich weiter – Wurfrunde für Wurfrunde, bis nur noch ein Spieler übrig ist. Der hat die Verlierersuche verloren und bekommt einen Strich. Bei fünf Spielern sind das vier Wurfrunden mit 5, 4, 3 und zuletzt 2 Beteiligten.

Die nächste Wurfrunde legt jeweils der Schlechteste vor. Eine Partie besteht aus so vielen Verlierersuchen, wie du beim Einrichten gewählt hast; verloren hat am Ende, wer die meisten Striche gesammelt hat. Die nächste Verlierersuche legt der jeweilige Verlierer vor.

Variante: Bayrisch

Gespielt wird mit Deckeln – einer mehr, als Spieler mitspielen. Das Spiel läuft in zwei Phasen:

  1. Verteilen: Der Schlechteste jeder Wurfrunde bekommt einen Deckel, bis alle verteilt sind.
  2. Abbauen: Jetzt spielen nur noch die Spieler mit Deckeln weiter. Der Beste jeder Wurfrunde legt einen Deckel ab. Wer keinen mehr hat, ist durch. Begonnen wird beim Spieler mit den meisten Deckeln.

Verloren hat, wer als Letzter noch Deckel besitzt. Ein Chicago nimmt den Werfer hier sofort samt seinen Deckeln aus dem Spiel – die übrigen Spieler würfeln die Wurfrunde aber zu Ende, denn am Schlechtesten hängt noch ein Deckel.

Variante: Tschigg

Die Schweizer Verwandte des Bayrischen Chicago. Im Spiel sind zweimal so viele Deckel wie Spieler, minus einer. Verteilt wird wie im Bayrischen.

Beim Abbauen gibt der Beste jeder Wurfrunde dem Schlechtesten einen Deckel ab – die Deckel wandern also, statt zu verschwinden. Wer keinen mehr hat, hat gewonnen und verlässt das Spiel; dadurch sinkt auch die Sollzahl der Deckel. Verloren hat wieder, wer zuletzt noch welche besitzt.

Nur bei Tschigg gibt es zusätzlich die Ansage „Sand“: Gesucht ist dann ein Wurf ganz ohne Eins und ohne Sechs. Beim Verteilen bekommt der letzte Spieler mit einer Eins oder Sechs den Deckel; beim Abbauen darf der letzte, dem Sand gelungen ist, einen abgeben.

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